Höchste Eskalationsstufe bei den Investoren aber nicht beim Verursacher

Seit geraumer Zeit kursiert das Corona Virus aber bis letzten Freitag hat es die Börsianer nicht wirklich berührt. Die Stimmung war ausgelassen, die fundamentalen Daten solide und der Aufwärtstrend war stark verankert. Vier Handelstage später sieht die Finanzwelt gewaltig anders aus:
  • Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen sind auf den tiefsten Stand seit Jahrzehnten gefallen und signalisieren eine Rezession in den USA

  • Die Volatilität, der sog. VIX-Index, ist auf das höchste Niveau seit über 13 Monate gestiegen und spricht für Panik unter den Investoren

  • Die Aktienkurse haben sich von den Höchststanden im Durchschnitt in vier Handelstagen um 10% entfernt.

  • Die Wachstumsraten werden weltweit in Windeseile von den Ökonomen nach unten revidiert, nicht zuletzt aufgrund anstehender Lieferprobleme von Halbfertigprodukten aus China

Sicherlich waren die Kursentwicklungen in jüngster Zeit bei einzelnen Indizes oder Unternehmen übertrieben und ein bereinigendes Gewitter zu erwarten, ja sogar wünschenswert, gewesen. Aber das jetzige Ausmass und Verlauf des Kursrückgangs, spricht für typisches Panikverhalten der Investoren. Der Zeitpunkt ist wieder einmal überraschend, wenn man bedenkt, dass die Genesungen deutlich stärker zunehmen als die Neuerkrankungen. Nach dem Kursrückgang, der alle unerwartet traf, ist für den weiteren Kursverlauf entscheidend, wie stark die Gegenbewegung ausfallen wird und welche Zeichen die Notenbanken sowie Regierungen geben werden. Deshalb heisst es vorderhand einen kühlen Kopf zu bewahren und keine überhasteten Verkäufe zu tätigen. Mittels unserer dreier Vermögensallokationsmodellen werden wir die fundamentale Entwicklung einfangen, das Stimmungsbild erfassen und die wahrscheinlichste Trendrichtung errechnen und eventuelle Anpassungen der Aktienquoten Ihnen im kommenden Monthly Analytics – anfangs nächster Woche – mitteilen.