Märkte im Panikmodus

Das Börsengeschehen:

– In der vergangenen Handelswoche setzte der Ausverkauf ein und führte verstärkt zur Auflösung von Positionen, die auf Kredit finanziert wurden. Der US-Aktienmarkt fiel um 8.8% binnen Wochenfrist. Dies obwohl am Freitag der Index um über 9% stieg. Die Märkte in Europa verabschiedeten sich mit deutlich zweistelligen Verlusten aus einer historischen Handelswoche.

– Der zunehmende Stillstand der europäischen Volkswirtschaften und langsam aber sichere Herunterfahren auch in den USA führen zu weiterer Panikverbreitung und lassen Anleger aus Wertschriften, ob defensiv oder aggressiv, flüchten.

– Die Märkte beginnen die neue Handelswoche tiefrot.

Die finanzmarktrelevanten Reaktionen von Regierungen und Nationalbanken:

– Die US-Regierung rief den nationalen Notstand am Freitag vergangener Woche aus und wird USD 50 Mrd. Hilfsgelder bereitstellen. 

– Die Schweizer Regierung hat ein Notprogramm für Kurzarbeitentschädigung und wirtschaftliche Soforthilfe in Höhe von CHF 10 Mrd. gesprochen.

– Am Sonntagabend beschloss die Fed, den Leitzinssatz um 1% zu senken, nachdem sie bereits die Woche zuvor die Zinsen um 50 Basispunkte gesenkt hatte. Die amerikanische Nationalbank wird zudem ihre Bestände an Anleihen um insgesamt USD 700 Mrd. aufstocken.

– Die Finanzminister der Eurogruppe wollen heute in einer Videokonferenz über ein umfassendes Krisenpaket gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie beraten. Die EU-Kommission hatte am Freitag bereits ein milliardenschweres Notprogramm vorgeschlagen, um Unternehmen und Bürgern in der Coronavirus-Krise zu helfen.

 

Und die Welt wird sich weiterdrehen

Im Moment häufen sich schlechte Nachrichten. Erfreuliche gibt es selbstverständlich immer noch. Diese werden aufgrund der Panik nicht mehr wahrgenommen bzw. kommuniziert. Die Marktreaktionen sind nicht mehr abzuschätzen und da die Geschehnisse und Massnahmen die Regierungen beispiellos sind, können kurzfristige Marktprognosen weder von Finanzmarktspezialisten noch von Modellen seriös abgegeben werden. Die daraus entstehende Verunsicherung führt dazu, dass Verkäufe getätigt werden und die Buchverluste zu realisierten Verlusten werden. Die Chance in Zukunft von Kursavancen, die schon öfters rasch und heftig ausfielen, zu profitieren, raubt man sich damit.

Deshalb ist wohl das Sinnvollste Durchhalteparolen auszugeben, da die zwei wichtigsten Voraussetzungen für eine zukünftige Erholung gegeben sind.

Liquiditätsversorgung: In der gegenwärtigen Panikphase ist das wichtigste, dass die Finanzmärkte mit genügend Liquidität versorgt werden und das Bankensystem nicht zum Zusammenbruch kommt. Die Banken sind heute insgesamt viel solider aufgestellt als zu den Zeiten der Finanzkrise. Zudem haben die Nationalbanken umgehend mit Liquidität versorgt. Somit erachten wir das Risiko für die Märkte von dieser Seite als gering.

Hohe Wahrscheinlichkeit für eine Normalisierung: Solange davon ausgegangen werden kann, dass die Pandemie in einigen Monaten besiegt sein wird, werden wir feststellen, dass sich die Welt weiterdrehen und eine Erholung sich abzeichnen wird.