Ist es wirklich so simpel?

Fulminant setzte sich die Erholung der wichtigsten Aktienmärkte im April fort. Amerikanische Dividendenpapiere vermochten sogar die beste Monatsperformance seit 1974 zu erzielen. Völlig unbehelligt von den rasant steigenden Kurzarbeits- und Erwerbslosenzahlen rund um den Globus sowie den schwachen Konjunkturaussichten stiegen die Kurse in den USA, Europa und teilweise auch in Asien. Die Gründe, die einen solchen Anstieg rechtfertigen würden, waren kreativ, teilweise nicht besonders fundiert und schnell zur Hand. Aus den USA war zu hören, dass sich die Sterblichkeitsrate von Covid-19 nicht von einer saisonalen Grippe unterscheiden würde und deshalb der Lockdown umgehend aufgehoben werden könnte. Oder auch die Studie des Pharmakonzern Gilead zur Behandlung von schweren Covid-19 Fällen, die extrem erfolgversprechend zu sein scheint, sorgte für Jubel, obschon das Präparat gerade einmal den Heilungsprozess um einige Tage verkürzt. Präsident Trump liess es sich deshalb an seiner fast täglich stattfindenden Pressekonferenz im Weissen Haus auch nicht nehmen, aufgrund dieser scheinbaren Fakten eine schneller als erwartete Wiedereröffnung des ganzen Landes zu propagieren. Folglich seien auch die Konjunkturaussichten für das 3. Quartal als rosig und für das 4. Quartal gar als fulminant einzustufen. Nur erstaunlich, dass die US-Staatsanleihen, trotz des rasant wachsenden Schuldenbergs und der Wachstumsaussichten, nicht mit steigenden Zinsen reagierten und der Ölpreis massiv einbrach.

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